Stets und ständig zwischen den Fronten
Sandwichmanager auf der unteren und mittleren Führungsebene liefern das Bindeglied zwischen dem strategischen und operativen Management und nehmen oft ganz selbstverständlich Fach-, Management- und Mitarbeiterführungsaufgaben gleichzeitig wahr. Zudem laufen über sie auch oft die wichtigsten Kundenbeziehungen. Kein Wunder also, dass in dieser Position durch den Widerstreit kollidierender Wertvorstellungen und Interessen der Druck besonders hoch ist und zu stressbedingten Ausfallerscheinungen führt. Die so genannte „Sandwich-Position" bringt viele Herausforderungen mit sich. Einerseits muss man als Manager gegenüber den Mitarbeitern der Führungsrolle gerecht werden und Entscheidungen von oben erläutern. Andererseits muss dem eigenen Vorgesetzten die Lösung des Teams kommuniziert, Erfolge vermeldet und die Interessen der Mitarbeiter vertreten werden.
Als Manager in der Sandwich-Position ist man Anlauf- und Informationsstelle. Es muss in beide Richtungen kommunizieren und vermittelt werden. Mitarbeiter erwarten klare Stellungnahmen zu bestimmten Fragen und wollen in die Vorgänge einbezogen werden. Dagegen wünschen sich die eigenen Vorgesetzten in erster Linie, dass die geplanten Maßnahmen effektiv und schnell umgesetzt werden, mit kleinen Details oder Problemen wollen Sie nicht belästigt werden. Vielmehr erwarten Sie Lösungen und effiziente Arbeit. Insofern sollte man sich als Sandwich-Manager bewusst sein, dass die Aufgabe nur mit einer richtigen Portion an Balance zu meistern ist. Sonst besteht die Gefahr, von den beiden Seiten eingeklemmt zu werden. Viele Manager stecken häufig in einem Teufelskreis fest. Doch damit umzugehen, kann erlernt werden. Wenn Sie die Interessen Ihrer Mitarbeiter verteidigen und gleichzeitig die Erwartungen des eigenen Vorgesetzen erfüllen wollen, müssen Sie sich zunächst im Klaren sein, dass Sie es nicht allen – ob oben oder unten – recht machen können. Allein diese Erkenntnis hilft Ihnen, den bestehenden Druck abzubauen. Entwickeln Sie deshalb als Manager mit Führungsverantwortung Ihre eigene klare Strategie und weichen Sie von Ihrem Kurs nicht ab. Eine klare Linie bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre Ziele eigensinnig und stur ohne die Rücksicht auf Ihr Team oder Ihre Vorgesetzten verfolgen. Der eigene Standpunkt muss sich in Zusammenarbeit mit den anderen bewähren. Hier kommt es ebenfalls auf den richtigen Balance-Akt an. Eine eindeutige Strategie und ein fester Standpunkt bedeuten immer – viel miteinander reden, Probleme ausdiskutieren, Konflikte auszufechten und zu effizienten Lösungen zu gelangen. Die klare Linie soll sich in jedem Rollenverhältnis durchziehen: Behalten Sie diese sowohl bei der Auseinandersetzung mit Ihrem eigenen Vorgesetzten als auch mit Ihren Mitarbeitern. Nur so wirken Sie konsequent, schaffen Vertrauen und können Ihre Strategie in beide Richtungen vertreten. Klar ist, dass unterschiedliche Abteilungen und Bereiche auch unterschiedliche Logiken entwickeln. Wenn man sie nicht einbindet, dann arbeiten alle gegeneinander. Lassen Sie als Manager alles bis ins letzte Detail diskutieren, kommen erst gar keine Ergebnisse oder Entscheidungen zustande. Sie können nicht mit allen über alles diskutieren. Das Geheimnis liegt in der richtigen Balance. Nur eine starke Persönlichkeit eignet sich als Manager. Es sind also diejenigen gefragt, die sich Meinungen anhören und das Wissen anderer schätzen, aber auch in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen zu dieser zu stehen. Ein schwieriger Spagat also. Deshalb müssen Sie als Manager eine eindeutige Vorstellung davon haben, was Sie als Ihre Aufgabe sehen und was nicht, wo Sie Kollegen oder Mitarbeitern entgegenkommen und was Sie von anderen – ob von oben oder von unten – erwarten. Legen Sie Ihre Grenzen fest und beziehen Sie Stellung. Werden Sie bloß kein Spielball Ihrer Rollenpartner und deren Erwartungen, sonst werden Sie für alle denkbaren Versäumnisse zur Verantwortung gezogen, auch für die, die nicht zu Ihrem Verantwortungsbereich gehören. Zu den Aufgaben eines guten Managers mit Führungsverantwortung gehört es ebenfalls, auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen, unangenehme Sachverhalte anzusprechen oder Informationen anzukündigen bzw. weiterzugeben, die nicht allen Beteiligten passen.
Als erfolgreicher Manager müssen Sie mit Stress gut umgehen können. Und wenn es doch zu unvermeidlichen Stress-Situationen kommt, gilt es, Ruhe zu bewahren und den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Fehlentscheidungen dürfen weder vor den Mitarbeitern noch vor den Vorgesetzten von oben vertuscht werden. Damit tun Sie sich keinen Gefallen. Stehen Sie zu Ihren Entscheidungen. Gehen Sie schwierigen Gesprächen nicht aus dem Weg, sondern bereiten Sie sich sorgfältig darauf vor, indem Sie sich Argumentationsleitfaden erarbeiten. Konflikte oder Problemsituationen regeln sich nicht von selbst. Gefragt sind klare Lösungen und eindeutige Entscheidungen.
