Know-how ebnet Weg in Solarbranche
Balver Zinn GmbH & Co. KG wurde vor über 30 Jahren gegründet und ist seither im Familienbesitz. Heute gehört das Unternehmen zu den führenden Anbietern von Anoden in verschiedenen Legierungen, außerdem von Weichloten sowie Spezialdrähten und Flussmitteln, welche durch die Cobar-Fertigungsstätte des Unternehmens entwickelt werden. Alle Produkte von Balver Zinn liefern in der Leiterplattenindustrie (PCB) hervorragende Ergebnisse und kommen in Anwendungen der Elektronikbestückung, Mikroelektronik, Solartechnik und der Elektrotechnik zum Einsatz.
Herr Jost, Ihre Produkte werden in verschiedenen Photovoltaik-Anwendungen verwendet, auch wenn Balver Zinn keine Solarzellen herstellt. Können Sie uns über einige dieser Anwendungen erzählen?
Wir fertigen und liefern nichtelektrische Materialien für diesen Markt. Solarzellen werden mithilfe von Lötverbindungen untereinander verbunden, und Balver Zinn ist ein führender Hersteller qualitativ hochwertiger Lote und Flussmittel. Wenn Sie Lotpasten oder Flussmittel benötigen, können Sie sich auf Balver Zinn verlassen.
Aus welchem Grund engagiert sich das Unternehmen in der Photovoltaik-Industrie?
Erneuerbare Energien werden immer wichtiger. Unserer Einschätzung nach tragen wir zum Umweltschutz bei, indem wir diese Industrie beliefern. Als Anbieter von Oberflächenveredelungen, Drähten und Loten besitzt Balver Zinn mehr als drei Generationen Erfahrung in der Elektronikindustrie. Dieses metallurgische Know-how und der Wille des Unternehmens, neue Wege zu erschließen, ist die Grundlage des Einstiegs in den Solarmarkt. Außerdem arbeitet Balver Zinn eng mit Anbietern von PV-Ribbon-Produkten zusammen. Balver Zinn eröffnet Möglichkeiten, zinnbeschichtete Präzisions-Flachbandkabel aus Kupfer zum Zusammenschalten der einzelnen Solarzellen zu improvisieren.
Balver Zinn und der Cobar-Geschäftsbereich bieten Flussmittelstifte an, für Kunden, die ihre Solar-Panels Handlöten möchten. Wie funktionieren diese Stifte?
Die Stifte sind mit Flussmittel gefüllt und erlauben dank einer feinen Spitze das saubere, präzise Auftragen. Mit den Flussmittelstiften kann der Anwender die gewünschte Menge Flussmittel präzise ausbringen. Die Stifte sind wieder befüllbar. Mit ihnen lassen sich nicht nur Oxide entfernen, sondern auch die Benetzung verbessern, was für eine feste Verbindung sorgt, die den industriellen Standard-Zug-Tests widersteht.
Vor kurzem haben Sie eine neue Variante Ihres einzigartigen bleifreien Lotes Balver Zinn SN100C in Form des SN100CS vorgestellt. Können Sie uns mehr über diese Neuentwicklung erzählen?
Unser SN100CS ist eine Variante des SN100C. Es hilft dabei, jeder spezifischen Anwendung das optimale Lot bereitzustellen. Diese mit Spannung erwartete Entwicklung in der allgemein geschätzten Lot-Produktreihe SN100C enthält 100 ppm (0,01 Prozent) Germanium (Ge). In der Zusammensetzung des SN100C übernimmt Ge die bedeutende Rolle des Antioxidants, indem es dem Sauerstoff einen bevorzugten Reaktionspartner anbietet. So schützt es das Lot vor Oxidation, die zu Krätzebildung führen kann. Dank des größeren Germanium-Anteils in SN100CS eignet es sich besonders für stickstofffreie Anwendungen. Das neue Lot bietet darüber hinaus dieselben Vorzüge, die Balver Zinns SN100C bei führenden Herstellern weltweit so beliebt machen, beispielsweise die deutlich verringerte Auflösung von Kupfer. Die niedrigere Oberflächenspannung des mit Ge deoxidierten Lotes resultiert in verbesserter Benetzung und besseren Fließeigenschaften.
Welche Probleme haben Kunden aus der Photovoltaikfertigung gemein, und wie hilft Balver Zinn dabei, diese zu lösen?
Die größte gemeinsame Herausforderung ist es, Produkte herzustellen, die über zwanzig Jahre zuverlässig arbeiten – Balver Zinns Produktangebot hilft dabei, diese Zuverlässigkeit zu erreichen. Das Unternehmen bietet technische Unterstützung und speziell auf Solaranwendungen zugeschnittene Produkte. Unser F&E-Team besitzt langjähriges metallurgisches und chemisches Know-how in verschiedenen Betriebsstätten in ganz Europa, um einzigartige Produkte oder Materialien für neue Märkte in der Photovoltaik zu entwickeln und herzustellen.
Der Marktanteil der Photovoltaik soll in den kommenden zehn Jahren dramatisch wachsen. Auf welche Weise trägt Balver Zinn zu diesem Wachstum bei?
Unsere F&E-Abteilung arbeitet gegenwärtig und zukünftig an neuen, innovativen Produkten für die Photovoltaik-Industrie. In diesem Jahr haben wir bereits neue Legierungen und Flussmittel vorgestellt. In den kommenden Monaten werden wir noch weitere neue Produkte auf den Markt bringen.
electronica, A1.160
